Was Välte liest

U wie Umziehen

Eine der ersten Lektionen unseres Englischlehrmittels im 3. Gymi vor 43 Jahren hiess: ‹Moving Day at the Bartons›. Eine überzeugende Idee, denn beim Zügeln lassen sich alle möglichen Gegen-, Um- und Zustände des Alltagslebens nennen und beschreiben. Ideal zum Aufbauen eines grundlegenden Wortschatzes.

Wie damals in unserem Schulzimmer auf Englisch alles Mögliche vorbeidefilierte, führte uns vor zwei Jahren das Vorhaben, vom Inneren Lind nach Veltheim zu zügeln, vor Augen, was sich in drei Jahrzehnten Familienleben alles ansammeln kann: Bilder, Bücher, Bastelmaterial. Nähmaschinen unterschiedlichster Provenienz, von der versenkbaren Singer über den Klassiker von Bernina bis zur Overlock. Alte Vorlesungen und kiloweise Unterrichtsvorbereitungen – mittlerweile wertlos, da selbst Hellraumprojektoren zu Sammlerstücken geworden sind. Ein Plakat aus den Anfangszeiten des Theaters am Gleis. Ein Kirchengesangsbuch mit Monogramm. Eine Warnnotiz aus Trapani: «Vorsicht! Das baden nicht sicher für mangel an besonderen service für die rettung.» Eine Wegwerfwindel mit Feuchtigkeitswarnsignal. Ein Poster mit Mickey Mouse und Pluto, von meinem Schwiegervater auf Papier gebannt.  [mehr im ⇢ Gallispitz vom 15. September]

Nächster Redaktionsschluss: 20. November 2020

Vice versa Ein Hase sitzt auf einer Wiese, des Glaubens, niemand sähe diese. Doch, im Besitze eines Zeisses, betrachtet voll gehaltnen Fleisses – vom vis-à-vis gelegnen Berg – ein Mensch den kleinen Löffelzwerg. Ihn aber blickt hinwiederum – ein Gott von fern an, mild und stumm. (Christian Morgenstern)