Wo Välte sich trifft

Der Dorfplatz ist Veltheims natürliches Zentrum, auch wenn die Rosenberger und die Blumenauer das bestreiten, weil sie weit weg davon leben und die Exil-Vältemer erst recht. Mich zieht es als Exil-Blumenauer (von zuhinterst an der Salstrasse 108) immer zuerst zum Dorfplatz. Da ist samstags Markt, da lässt sich etwas trinken und essen in der Conci und im Kunterbunt, da lässt sich’s umherstreifen oder auf eine der Bänke sitzen oder die fünf, sechs Stufen zur Dorfkirche hochsteigen, wenn wieder eine Transformation in der Temporären Kapelle zu sehen ist, etwa jene von Gregor Frehner über das Grauen des Dritten Reiches, die am 30. Oktober schloss.

Fast immer gehe ich die paar Schritte über das Bahngleis zum Park, setze mich in die Nähe des Delfinbrunnens, an dem ich als Bub so oft spielte, ärgere mich immer noch über die dämliche hellblaue Delfinwand zwischen Park und Gleis, rege mich wieder ab, kehre zurück zum Dorfplatz, lass es mir gut gehen, lass die Zeit verstreichen, hole oft die Kamera hervor und fotografiere vielleicht ein Öpfelbütschgi, das ein hungriger Passant auf dem schmalen Concordia-Sims abgelegt hat. Und kehre nochmals ein, denn inzwischen sagt man «hoi», kennt den Gallispitz-Redaktor, der nicht mehr im Dorf lebt, aber immer wieder dahin zurückkehrt.

Heimat ist zentral für uns Menschen, egal wo sie liegt. Und die Heimat der Kindheit ist es erst recht, von ihr kommt kein rechter Vältemer los. (Dieter Langhart, Redaktor Gallispitz)